
Vorteile für alle – die digitale Zukunft ist barrierefrei200 Teilnehmer kamen zum AbI-Kongress nach Berlin
Als "konstruktiven Dialog zwischen behinderten Menschen, privaten Unternehmen, Ministerien und anderen Behörden" lobte Walter Hirrlinger, Vorsitzender des Deutschen Behindertenrats und Präsident des Sozialverbands VdK Deutschland, die Veranstaltung in seiner Begrüßung. Der Kongress hatte zum Ziel, die Zugangsbarrieren für Menschen mit Behinderungen in der Informationstechnik endlich zu überwinden. Hirrlinger forderte: "Gerade diese Menschen sind auf dem ersten Arbeitsmarkt weit abgeschlagen. Niedrige Beschäftigungs- und hohe Arbeitslosenquoten sind eine Realität, vor der die Gesellschaft nicht länger ihre Augen verschließen darf. Vor allem die Politik und die Wirtschaft müssen jetzt handeln." Der VdK-Präsident warnte: "Für Menschen mit Behinderungen ist die Teilhabe an Internet und Intranet fast schon existentiell. Andernfalls sind sie vom Arbeits- und Gesellschaftsleben ausgeschlossen. Ohne technische Kenntnisse und Zugang zu digitalen Arbeitsmitteln haben sie in vielen Berufen keine Chance mehr." Auch Bundesminister Olaf Scholz ließ es sich nicht nehmen, zur Eröffnung Stellung zu beziehen. Er gab in seiner Rede zu bedenken: "Vor allem für behinderte Bürgerinnen und Bürger stellt sich die moderne Informationstechnologie besonders janusköpfig dar. Sie trägt durchaus das Risiko in sich, weiter auszugrenzen. Der Wert einer Gesellschaft bestimmt sich auch daran, ob und wie sie die selbst bestimmte und gleichberechtigte Teilhabe behinderter Bürgerinnen und Bürger organisiert." AbI-Projektleiter Professor Christian Bühler zeigte sich mit den Ergebnissen nach Abschluss des zweitägigen Kongresses sehr zufrieden: "Wir haben es geschafft, Menschen mit Behinderungen, Unternehmen, Ministerien, Behörden und die Politik in einen äußerst ergiebigen Dialog zu verwickeln. Auf dem Weg zu einem Internet ohne Barrieren sind wir ein gutes Stück voran gekommen." Veranstaltungen wie diese seien nötig, um die Öffentlichkeit darauf aufmerksam zu machen, wie wichtig es ist, Barrieren im Internet und Intranet zu überwinden.
An zwei Tagen diskutierten die Teilnehmer in den Workshops "Ausbildung, Jobsuche und Vermittlung", "Arbeiten im virtuellen Berufsumfeld" sowie "Change Management" intensiv mit Experten aus Unternehmen, wie METRO Group, Microsoft Deutschland, Adobe Systems, SUN, Siemens, SAP , Deutsche Bahn sowie Vertretern aus Ministerien und Institutionen für Ausbildung und berufliche Reha. Als Resümee fasste AbI-Projektleiter Bühler zusammen: "Dieser Kongress hat einmal mehr gezeigt: Kleine und mittlere Unternehmen, die Politik und jeder Einzelne von uns müssen diese Veränderungen wollen, nur dann ist ein Mentalitätswechsel möglich. Barrierefreiheit ist ein Bürgerrecht, das nicht nur Menschen mit Behinderungen betrifft, sondern allen in unserer Gesellschaft Vorteile bringt." Mehr Informationen zum Kongress auf der Internetpräsenz des Kongresses unter |